Was sagen uns die Schriften über die Zeitqualität? Wir lesen auch in der zentralen Heiligen Schrift Indiens, der Bhagavadgita, dass wir auch die Pflicht haben, die bestmöglichen Vorkehrungen für die Realisierung unserer Vorhaben zu treffen. Aber wieviel Früchte wir daraus erhalten, so können wir auch dort lesen, das haben wir nicht zu bewerten, denn dies hängt vom Göttlichen Willen ab. Dort sagt Krishna z. B., der höchste Gott: „Ich bin die Zeit“. Der Maharishi Vashishta, einer der 7 Saptarishis (der großen 7 Weisen) schrieb über Muhurta in seinem Werk „Vasishtha Samhita“ Folgendes: „Die Zeit selbst ist Gott und Gott ist Zeit. Ein Kenner von Gott kann nur ein Kenner der Zeit sein. Sogar die Heiligen auf der Erde kennen die Zeit nicht gänzlich. Für das Wohlergehen der ganzen Menschheit, schuf Lord Brahma, der auf dem Lotus sitzt, große Spannen wie Tage, Monate, Jahre und Yugas etc. durch die Bewegung des Zodiaks (Tierkreises) und die Himmelskörper“. Letztlich hängt der Erfolg unserer Vorhaben von den folgenden Faktoren wesentlich ab: 1. Die Konzentration des Geistes 2. Die entschlossene Handlung 3. Der Göttliche Wille Das bedeutet auch, dass wir bestmögliche Voraussetzungen für den Erfolg unseres Vorhabens schaffen müssen, erst dadurch können wir auf die kosmischen Kräfte hoffen. Es heißt ja auch im Volksmund: „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott“. Da Gott die Zeit regiert und diese eine Qualität hat, berücksichtigen wir damit auch den Göttlichen Willen, indem wir nach einem guten Zeitpunkt suchen. Sind wir mental stark zu Beginn unseres Projekts, dann ist der Erfolg umso wahrscheinlicher, darum sollte der Mond gut gestellt sein in dem gewählten Zeitpunkt. Ist er dagegen schlecht gestellt, fokussiert sich unser Bewusstsein auf die Schwächen und unser Projekt scheitert. „Gott ist Zeit“ Leider denken viele Menschen heute im Westen, dass es egal ist, wann man etwas startet, aber dem ist eben nicht so, denn Gott regiert die Zeit. Zum Beispiel heißt es in der Bhagavadgita, der zentralen Schrift der Veden: “Ich bin die Zeit“ dies lesen wir im 11. Kapitel dort.  und die Berücksichtigung der Zeit ist auch ein Ausdruck der Achtung des Allmächtigen. Man handelt dann aus dem Ego heraus oder besser aus „Ignoranz“, sprich nach dem Motto: „Ich brauche auf den Zeit-Punkt nicht zu achten, wenn ich will, dass dies klappen soll, was ich vorhabe“. Oder wir lesen in der Srimad Bhagavatam (s. 3/29/38), auch einem zentralen spirituellen Text aus den Veden: „Sri Vishnu, die Höchste Persönlichkeit Gottes, der der Genießer aller Opfer ist, ist der Zeitfaktor und der Meister aller Meister. Er geht in das Herz eines jeden ein; Er ist die Stütze eines jeden, und Er sorgt dafür, dass jedes Wesen von einem anderen vernichtet wird. Wie sieht es damit in der Bibel aus, finden wir auch dort Fundstellen, die der Zeit eine Qualität zuschreiben? Hier ein Zitat aus der Bibel, woran wir sehen, dass es gute Zeiten und schlechte Zeiten für den Menschen gibt: Pred 9,11: „Ich wandte mich und sah, wie es unter der Sonne zugeht, dass zum Laufen nicht hilft schnell zu sein, zum Streit hilft nicht stark sein, zur Nahrung hilft nicht geschickt sein, zum Reichtum hilft nicht klug sein; dass einer angenehm sei, dazu hilft nicht, dass er ein Ding wohl kann; sondern alles liegt an Zeit und Glück“. Pred 9,12 „Auch weiß der Mensch seine Zeit nicht; sondern, wie die Fische gefangen werden mit einem verderblichen Haken, und wie die Vögel mit einem Strick gefangen werden, so werden auch die Menschen berückt zur bösen Zeit, wenn sie plötzlich über sie fällt. „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit“ (Prediger 3,1-2). Oder Psalm 31: „In Deiner Hand sind meine Zeiten“. Dadurch wird auch nun verständlich, warum die Auswahl eines guten Moments auch eng mit religiösen Ritualen verbunden ist. Zum Beispiel gibt es lt. den Veden eine Zeit, die besonders für die Verbindung mit dem Höchsten geeignet ist. Diese Zeit heißt: „Brahma Muhurta“ und dies bedeutet, dass man versuchen sollte, die spirituelle Praxis in eine Phase vor Sonnenaufgang zu legen. So wissen wir, dass „Alles seine Zeit hat oder braucht“ und darum gebrauchen wir auch die Aussage „es war noch nicht die Zeit dafür“. Folglich macht es Sinn, sich mit diesem hohen Gesetz, dem Gesetz der Zeit, auseinanderzusetzen und die Qualität dieser in Einklang mit ihrer Qualität bestmöglich zu nutzen.